Bräuche zur Hochzeit | 7 bekannte Traditionen im Überblick

Bräuche zur Hochzeit

Bräuche zur Hochzeit: Welche gibt es? Woher kommen sie? Und weshalb werden sie noch heute umgesetzt? In diesem Beitrag stelle ich dir 7 bekannte Traditionen zur Hochzeit etwas genauer vor.

Fast keine Hochzeit findet heute ohne mindestens einen durchgeführten Hochzeitsbrauch statt. Doch welche Bräuche zur Hochzeit gibt es eigentlich und welcher Sinn steckt hinter dem Fortführen eines solchen Brauches? Verschaffe dir in diesem Beitrag einen genaueren Überblick über sieben bekannte Hochzeitsbräuche und finde den Brauch, der am besten zu deiner Hochzeit passt.

Bräuche zur Hochzeit – wozu überhaupt?

Bei vielen Hochzeiten wird auch noch heute grossen Wert auf Traditionen gelegt. Doch wozu dienen überhaupt die ganzen Bräuche zur Hochzeit?

Ganz einfach: Alte Bräuche und Traditionen sollen das Brautpaar vor Bösem schützen sowie den frisch verheirateten Turteltauben Glück und Gesundheit bringen. Ausserdem lockern sie so manche Hochzeitsfeier auf und sorgen für jede Menge Unterhaltung für das Brautpaar, die Gäste und alle Anwesenden.

 Die magischen vier Symbole

Diese sehr bekannte Tradition zur Hochzeit kommt ursprünglich aus einem englischen Reim, der folgendermassen geht: «Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue, A Sixpence in your Shoe?». Dieser Brauch besagt, dass die Braut bei ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues tragen soll. Welche Dinge es sind, kann die Braut frei für sich entscheiden.

Etwas Blaues – als Zeichen der Liebe, Treue und Reinheit der Frau.  Hierfür eignen sich zum Beispiel: ein blaues Taschentuch, blaue Schuhe (sofern sie vom Brautkleid sowieso verdeckt werden), blau lackierte Zehennägel oder ein blaues Strumpfband.

Etwas Geliehenes – soll Glück in die Ehe bringen. Etwas Geliehenes könnte zum Beispiel sein: Ein Glücksbringer der Schwester, der Verlobungsring der Mutter oder der Schleier der Grossmutter.

Etwas Altes – Symbol für Beständigkeit. Etwas Altes könnte sein:Der Trauring der Grossmutter, ein Schmuckstück der Mutter oder der Brautschleier einer Freundin.

Etwas Neues – symbolisiert den Optimismus für die Zukunft. Erlaubt ist, alles was neu ist: Eine neue Handtasche, der Brautstrauss, neue Ohrringe oder sexy Unterwäsche (an denen sicherlich auch der Bräutigam seine Freude finden wird).

Hochzeitsbrauch, etwas blaues
Foto: James Bold von Unsplash

Spalier stehen

Kaum verheiratet, muss das Brautpaar schon die erste gemeinsame Hürde überwinden. Und genau für dieses Sinnbild steht auch dieser Brauch: das gemeinsame Überwinden von Hürden und Meistern von Schwierigkeiten.

Hierzu warten die Gäste vor der Kirche oder dem Standesamt und bilden eine Gasse, durch die das Brautpaar hindurchgehen muss. Vorher müssen Braut und Bräutigam aber in der Regel ein Band durchschneiden, sodass der Weg für sie frei wird und sie feierlich durch gebildete Gasse schreiten können.

Meistens wird das Spalier stehen auch passend zu einem Hobby oder gemeinsamen Interessen des Brautpaares gemacht. Sind Braut und Bräutigam zum Beispiel Fans des gleichen Fussball-Clubs, könnten die Gäste mit allerlei Fussball-Utensilien und Fanartikeln aufmarschieren und das Brautpaar in Empfang nehmen. Vielleicht kann auch gleich der ganze Fussball-Club antanzen und für viel Wirbel, Freude und Aufregung sorgen.

Hochzeitsspiele

Hochzeitspiele dürfen traditionell eigentlich auf keiner Hochzeitsfeier fehlen. Sie sorgen für gute Laune, unterhaltene Gäste und nicht selten auch für jede Menge neue Erkenntnisse über Braut und Bräutigam. Beliebte Hochzeitspiele sind zum Beispiel:

Strumpfbandversteigerung: Ein echter Klassiker unter den Hochzeitsspielen. Jeder Gast kann für eine gleiche (vorher festgelegte Summe) für das Strumpfband bieten. Das Geld der Gäste wird in einem Topf gesammelt. Die Versteigerung geht so lange, bis niemand mehr das Strumpfband für sich gewinnen will. Der letzte Bieter oder die letzte Bieterin erhält am Ende selbstverständlich das Strumpfband. Das Geld aller Mitbietenden geht jedoch an das Brautpaar. Eine tolle Möglichkeit, um Geld für die Flitterwochen zu sammeln oder es anschliessend für wohltätige Zwecke zu spenden.

Kuss auf Signal: Das Brautpaar muss sich immer dann küssen, wenn ein Signal ertönt. Dieses Signal wird vor der Feier festgelegt und entweder von unterschiedlichen Gästen, oder von einem vorher bestimmten Gast, immer wieder ausgelöst. Dieses Spiel sorgt für viel Unterhaltung, denn es könnte jederzeit wieder Zeit für den nächsten Kuss sein.

Reis werfen

Kommt das frisch verheiratete Paar aus der Kirche oder vom Standesamt, werden sie von den wartenden Gästen reichlich mit Reis, Konfetti, Bonbons oder sonstigen Alternativmöglichkeiten beworfen. Dies geschieht nicht etwa, weil die Gäste mit der Heirat nicht einverstanden sind. Ganz im Gegenteil: Die Gäste wünschen dem Brautpaar auf diesem Weg viel Glück auf dem gemeinsamen Weg. Ausserdem soll die Fruchtbarkeitsgöttin auf das frisch vermählte Paar aufmerksam werden und so für gute Fruchtbarkeit und viele Kinder sorgen.

Brautstrauss werfen

Tatsächlich durften früher nur Jungfrauen an diesem Brauch teilnehmen. Heute sind die «Spielregeln» dafür jedoch bedeutend lockerer geworden, so dass jede unverheiratete Frau ihr Glück versuchen darf. Hierzu steht die Braut mit dem Rücken zu den weiblichen Hochzeitsgästen. Sie wirft ihren Brautstrass rückwärts in die Menge und sorgt Sekunden später für eine glückliche «Brautstrauss-Fängerin». Der Brauch besagt nämlich, dass die Dame, die den Brautstrauss fängt, als nächstes vor den Traualtar treten darf (sofern sie vorher natürlich ihrem Traummann begegnet).

Foto: Inna Lesyk von Unsplash

Braut entführen

Heute ein Spiel – früher eine ernste Sache. Vor allem im Mittelalter entführten unverheiratete Männer oft die eigene Braut und hielten sie so vor der Familie versteckt. Heute dient dieser Brauch eher der Unterhaltung. Die Braut wird (meist von den männlichen Hochzeitsgästen) entführt und verschleppt. Der Bräutigam muss seine Auserwählte dann «freikaufen». Nicht selten ist die entführte Braut in einer beliebten Bar oder Kneipe zu finden. Der Bräutigam muss dann den Entführern Drinks spendieren und so auf die Freilassung seiner Braut hoffen.

Braut über die Türschwelle tragen

Ein alter Aberglaube besagt, dass unter der Türschwelle des Brautpaares böse Geister wohnen. Diese Geister gilt es zu besänftigen bzw. zu umgehen. Indem der Bräutigam die Braut über die Türschwelle trägt, soll verhindert werden, dass die bösen Geister ihr etwas Böses antun können. Ist diese Schwelle übertreten, so gilt die Braut und somit die gemeinsame Zukunft als «gesichert».

Fazit: Die Bräuche zur Hochzeit und die Traditionen rund um die Hochzeit sind sehr vielseitig und unterschiedlicher Natur. Tatsächlich sind sie auch in der heutigen Zeit bei vielen Brautpaaren beliebt. Ob und welchen Brauch du an deiner Hochzeit umsetzen und in die Feier einbinden möchtest, liegt schlussendlich in deiner Entscheidung. Viel Freude dabei!

Foto Titelbild: Chris Dickens / Unsplash

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